Work-Life-Balance

Das Gleichgewicht von Arbeits- und Privatleben ist hier gemeint. Erfüllung im Berufsleben und auch im privaten Leben. Wir wollen einen guten Job, nette Kollegen, Aufstiegschancen und eine gute und steigende Bezahlung. Wenn dann noch die Vorgesetzten nett und förderlich sind, passt es im Großen und Ganzen. Dazu kommt der private Bereich, der zwar individuell unterschiedlich ist, jedoch sind unsere größten Wünsche sehr ähnlich. Gesundheit, schönes Wohnen, abgesicherte wirtschaftliche Situation und eine tolle Familie und wunderbare Freunde.

Bei Work-Life-Balance geht man davon aus, dass das Arbeitsleben und das restliche Leben klar voneinander getrennt werden müssen. Voraussetzung für die Denkweise ist oft das Gefühl oder auch die Tatsache, dass der Mensch sich in Teilbereichen seines Lebens überfordert fühlt.

In Zeiten in den Millionen Menschen selbst ein bescheidenes Leben kaum noch finanzieren können, ist es „normal“, dass Anspannung, Stress und auch das Familienleben permanent unter Druck stehen. In all diesen Teilbereich gibt es den berühmten „Rattenschwanz“ von negativen Folgen. Ernährung, sportliche Betätigung, Liebesleben oder Weiterbildung sind nur einige Lebensbereiche, die betroffen sind und durch Vernachlässigung unsere Lebensqualität und unseren Seelenfrieden gefährden. Zeitweise ist dies zu überbrücken, jedoch macht dieser Zustand auf Dauer unzufrieden, unglücklich und immer häufiger auch krank. Früherkennung ist das wichtige Thema und umso früher man einen misslichen Zustand erkennt, umso effektiver und erfolgreicher kann reagiert und geholfen werden. Es ist wie bei einem rostigen Auto oder bei der nie abgegebenen Steuererklärung.

„Wären Sie nur früher gekommen“ heißt es dann immer wieder vom Werkstattleiter, vom Steuerberater oder im Fall der ständigen Überforderung, vom Arzt oder Psychologen.

Gesunde Work-Life-Balance - so können Sie sie erreichen!

Was bedeutet Work-Life-Balance?

Mit einem Lächeln einschlafen und morgens fröhlich wach werden, sind mit die deutlichsten Anhaltspunkte für ein ausgeglichenes Leben.

Die von 736 Wiesbadenern am häufigsten genannten Anhaltspunkte für eine möglicherweise oder auch sicher gestörte Life-Work-Balance.

 

  • Gesundheitliche Sorgen (selbst betroffen oder Familienmitglieder)
  • Finanzielle Sorgen (alle Lebensbereiche)
  • Sorgen am Arbeitsplatz (Mobbing, befristeter Vertrag, Vorgesetzte)
  • Ernährung – Qualität, Kochen, Übergewicht
  • Wohnen – störende Nachbarn, laut, schlechtes Umfeld für Kinder, wenig qm
  • Schulthemen der Kinder –  Nachhilfe
  • Viel zu selten Urlaub – Kein Abschalten
  • Sorgen um Eltern
  • Allgemeine Zukunftsängste –  Krieg
  • Durch Sorgen ist kein entspanntes Privatleben möglich

 

Das bedeutet, dass bei uns Menschen nahezu alle Lebensbereiche auf Kurs sein können und doch hat eine „Sorge“ so viel Potenzial, dass sie unser Leben dominiert.

 

„Wer gesund ist, hat 1.000 Wünsche. Wer krank ist hat nur einen einzigen Wunsch.“

 

So richtig gut geht es uns, wenn wir alles was wir tun mit einer gewissen Freude, Erfüllung und Leichtigkeit tun. Keine negativen Gedanken, ob wir es eventuell nicht schaffen oder Ängste unser Denken und Tun bestimmen. Damit ist natürlich nicht der Besuch beim Zahnarzt oder die Überweisung an das Finanzamt gemeint. Wenn Sie etwas belastet, sprechen Sie bitte grundsätzlich mit Menschen, denen Sie vertrauen und gleich oder im Anschluss mit Experten. Zum Thema Ernährung hilft Ihnen die Expertin im „FuN – Figur und Natur“ mit einer professionellen Ernährungsberatung.

 

Was beeinflusst die Work-Life-Balance?

ALLES was wir tun, denken, essen, sehen, lesen, erleben und das rund um die Uhr, ist die einzig richtige Antwort. Die Beeinflussung kann natürlich positiv und negativ sein.

Ein fast schon magischer Wert wird der Lebenseinstellung zugeordnet. Die Basis dafür, und das ist die gute Nachricht, beeinflussen wir größtenteils selbst. Spricht man mit den klassischen Frohnaturen in unserer Gesellschaft, hört man immer wieder die gleichen  Sätze.

Bei einer Befragung im Jahr 2016 in der Wiesbadener Fußgängerzone und im Wiesbadener Kurpark waren das die Top 8 Nennungen von Menschen, die insgesamt eine sehr fröhliche Ausstrahlung hatten.

 

  • „Ich habe nie Probleme, jedoch immer wieder Herausforderungen“
  • „Warum soll ich traurig sein, wenn die Sonne lacht.“
  • „Ich kümmere mich um die Lösung und nicht das Problem.“
  • „Nachdem ich bescheidener wurde, kam mein Glück zurück.“
  • „Ich darf nicht traurig sein, ich habe Kinder.“
  • „Ich habe Menschen in meinem Umfeld, die für mich da sind.“
  • „Probleme gehören zum Leben wie Tag und Nacht.“
  • „Mir geht es gut, weil mir im Moment nichts weh tut.“

 

Was nützt Unternehmen die Work-Life-Balance?

Die Antwort ist so einfach und dennoch nutzen tausende von Unternehmen nicht alle Möglichkeiten, um ihren Mitarbeitern einen besseren, moderneren und schöneren Arbeitsplatz zu schaffen. Es ist ein Irrglaube, wenn man sich als Unternehmer oder Geschäftsführer mit zu hohen Kosten rausredet. Allein das Thema Unternehmenskommunikation und der tägliche allgemeine Umgang mit Kollegen, hat so unglaublich viel Optimierungspotential, das alle Beteiligten enorm profitieren könnten. Denn exakt diese Themen werden am häufigsten von Arbeitnehmern genannt, wenn es darum geht, die Freude am Job zu vergrößern.

Fachlich gute und motivierte Mitarbeiter sind wohl das wertvollste „Gut“, was ein Unternehmer haben kann. Aus diesem Grund sind Unternehmen besonders erfolgreich, die darauf achten, wie es ihren Mitarbeitern geht. Dafür benötigt man ein sensibles Management und auch sehr gute Führungskräfte, die bei jedem Mitarbeiter darauf achten, dass es ihm gut geht. Vertrauensmitarbeiter, Psychologen und besonders der wertschätzende Umgang im gesamten Kollegium sind auf Dauer durch nichts zu ersetzen.

Natürlich sollen Mitarbeiter mal Überstunden machen, wenn es geschäftlich nötig ist. Dies darf auch mal ein paar Tage der Fall sein, jedoch muss von Unternehmensseite für einen Ausgleich gesorgt werden. Bei dem einen Mitarbeiter sind es zusätzliche Urlaubstage und beim anderen Kollegen vielleicht eine Gehaltserhöhung, wenn er über einen längeren Zeitraum zu der „Extrameile“ bereit war.

Fest terminierte Zielvereinbarungsgespräche und ein regelmäßiger Austausch mit dem Vorgesetzten sind eine wunderbare Basis, wenn man frühestmöglich Fehlentwicklungen oder Unzufriedenheit erkennen möchte. Natürlich muss man sehr sensibel sein, wenn es um den Privatbereich von Mitarbeitern geht. Dennoch kann man immer wieder darauf achten, mit welcher Ausstrahlung ein Mitarbeiter an den Arbeitsplatz kommt, welche Themen ihn beschäftigen und ob Verhaltensänderungen auffällig sind.

 

 

Was gehört zur Work-Life-Balance?

Ein Wiesbadener Buchautor hat mal einen wunderbaren Vergleich zu dieser Frage benutzt.

 

„Unser Leben positiv zu gestalten, ist wie der Job eines Tellerdrehers.“

 

Auf jedem Teller steht was anderes und ständig muss man dafür etwas tun, dass dieser „Teller“ sich dreht und uns nicht belastet. Tut man nichts für die Gesundheit oder schadet ihr sogar, wird man krank. Tut man nichts für die wirtschaftliche Situation, baut man Schulden auf und zerstört auf diesem Weg seine Existenz und die seiner Familie:

 

  • Gesundheit
  • Familie, Kinder
  • Liebesleben
  • Hobbies
  • Arbeitsplatz oder Selbstständigkeit
  • Urlaub
  • Weiterbildung
  • Wohnen
  • Altersabsicherung
  • Und noch individuelle mehr

 

Jeder einzelne Bereich verlangt Verantwortung, Aktivität und auch Motivation. Damit das alles auch wirklich realistisch werden kann, sind zwei Themen von alles entscheidender Bedeutung:

 

  • Klares Setzen von Prioritäten
  • Perfektes Zeitmanagement

 

Work-Life-Balance – Was kann ich tun?

Viele Coachs empfehlen dazu die sogenannte “Kiesel-Technik“.

Stellen Sie sich vor, dass Sie einen Eimer mit zwei großen Kieselsteinen, einigen mittleren Steinen und Sand füllen müssten. Sie wissen, dass alles passt, wenn Sie richtig vorgehen. Wie würden Sie starten? Richtig – zunächst die beiden großen Steine, dann die mittleren und am Ende den Sand.

Machen Sie es bitte genauso mit Ihrem Terminkalender. Hier nur ein Beispiel, weil es bei jedem Menschen anders ist.

Reihenfolge:

  • MUSS-Termine: Arbeitszeit, Schlafen, Eltern, Arztbesuch
  • Sehr Wichtig: Wäsche, Einkaufen, Kinder, Schule
  • Wichtig: Sport, Weiterbildung
  • Wenn es passt: Speicher aufräumen, Garten

 

Wichtig: Freizeit kann man auch kaufen, wenn man eine entsprechende wirtschaftliche Situation hat. Lassen Sie Ihre Wäsche waschen und bügeln. Und Ihr Auto müssen Sie nicht selbst sauber machen. Auch Ihren Einkauf können Sie sich bringen lassen.

Informieren Sie Ihre Familie über Ihren Zeitplan und ermutigen Sie Ihren Partner und alle Familienmitglieder ebenfalls solch einen Kalender zu führen. So können Sie Ihre Kalender sogar aufeinander abgleichen und Ihre Woche weiter optimieren.

 

Was gefährdet die Work-Life-Balance?

Jeder Anruf, jede eingegangene Mail und jeder Moment kann ein Leben komplett umstellen und alles scheinbar Wichtige als völlig belanglos hinstellen.

Eine der häufigsten Aussagen von Menschen, die sich als zufrieden bezeichnen ist von ganz besonderer Nützlichkeit.

„Ich habe gelernt NEIN zu sagen.“

Natürlich sollen wir nett, höflich und hilfsbereit sein. Jedoch ist das zu allem „Ja“ sagen häufig die Basis für Stress, Überforderung und letztendlich für Überforderung. Wir müssen nicht immer der einzige Kollege sein, der beim Umzug hilft oder bei der Party drei Stunden früher zum Helfen und zur Vorbereitung kommt. Man sollte auch darauf achten, wer einen ausnutzt und wer auch selbst für einen da ist, wenn es die Situation erfordert.

Machen Sie doch mal eine Aufstellung mit den Menschen, mit denen Sie ständig zu tun haben. Nachbarn, Kollegen, Bekannte, Freunde und auch die Familienmitglieder.

Notieren Sie doch mal:

  • Wer tut mir gut?
  • Wer ruft mich an?
  • Wer lädt mich ein?
  • Wem bin ich wichtig und wie zeigt sich das?
  • Wer war schon mal für mich da, als kein anderer Mensch da war?

und auch…

  • Wer macht mich (immer wieder mal) traurig?
  • Wer meldet sich nur, wenn er was will?
  • Wer fehlt mir nicht, wenn ich ihn nicht um mich habe?

 

Solche Übungen können manchmal sehr weh tun, jedoch können sie für ein sehr wertvolles „Hallo-Wach-Erlebnis“ sorgen.

Fazit:

Machen Sie es und Sie werden profitieren.

 

So wie ein Architekt ein Haus baut oder ein Koch das fünfgängige Hochzeitsmenü gestaltet, müssen wir Menschen unser Leben gestalten. So dass es lebenswert ist und wir uns auf jeden Tag freuen und die alltäglichen Hürden des Lebens überspringen können. Häufig allein und hin und wieder mit Hilfe von Nachbarn, Freunden, Familienmitgliedern oder Experten.

 

 

Foto: Juliette Leufke, Unsplash.com